Zirkonoxid oder Metallkeramik: Welcher Zahnersatz überzeugt

Sie sitzen im Behandlungsstuhl, der Zahnarzt erklärt Ihnen, dass die beschädigte Krone ersetzt werden muss — und dann fällt ein Satz, den viele gesetzlich Versicherte aus eigener Erfahrung kennen…

Zirkonoxid oder Metallkeramik: Welcher Zahnersatz überzeugt

Sie sitzen im Behandlungsstuhl, der Zahnarzt erklärt Ihnen, dass die beschädigte Krone ersetzt werden muss — und dann fällt ein Satz, den viele gesetzlich Versicherte aus eigener Erfahrung kennen: Die Krankenkasse übernimmt den Festzuschuss, den verbleibenden Betrag müssen sie selbst tragen. Danach folgt häufig ein Kostenvoranschlag mit Begriffen, die so klingen, als hätte jemand ein Menü auf Französisch geschrieben: Regelversorgung, Privatleistung, Faktor, Laborkosten. Und plötzlich steht die Frage im Raum, die den größten Teil der Unsicherheit auslöst: Soll es eine klassische Metallkeramikkrone werden — oder gleich Zirkonoxid, das moderner klingt, besser aussehen soll und im Kostenvoranschlag meist die höhere Zeile einnimmt?

Die ehrliche Antwort: Beide Materialien haben ihre Daseinsberechtigung. Die Unterschiede zwischen ihnen sind real, klinisch relevant und für den eigenen Geldbeutel spürbar. Allerdings entscheidet nicht allein das Material darüber, ob eine Krone langfristig funktioniert. Zahnposition, Bisssituation, vorhandene Zahnsubstanz, Zahnfleisch, Pflege, Laborarbeit und die Erfahrung der behandelnden Praxis gehören genauso zur Rechnung.

Gerade bei einer Zahnarztpraxis in Köln lohnt es sich deshalb, nicht nur nach dem bekanntesten Material oder dem günstigsten Angebot zu fragen. Entscheidend ist, ob die Versorgung zum konkreten Befund passt und ob der Kostenvoranschlag klar zwischen Kassenleistung, zusätzlicher Privatleistung und möglichen Laborkosten unterscheidet.

Was wirklich hinter den Materialien steckt

Fangen wir beim Kern an, denn dort liegt das erste Missverständnis. Metallkeramik — in der Fachsprache Verblend-Metall-Keramik oder VMK — ist ein Zweischichtsystem: Ein Gerüst aus einer Metalllegierung bildet die tragende Grundlage, darüber wird zahnfarbene Keramik aufgebrannt. Das Metall kann aus Gold, einer anderen Edelmetalllegierung oder einer Nichtedelmetalllegierung bestehen. Die Technik ist seit Jahrzehnten etabliert, die Werkstoffkombination klinisch gut untersucht und in vielen Praxen und Laboren routiniert.

Wenn Metallkeramik als veraltet oder grundsätzlich minderwertig bezeichnet wird, geht das an der Realität vorbei. Eine sauber geplante und präzise gefertigte VMK-Krone kann eine belastbare und langfristig zuverlässige Versorgung sein. Ihr Nachteil liegt nicht automatisch in der Funktion, sondern vor allem in der Optik und in der Tatsache, dass ein metallisches Gerüst unter der Keramik liegt.

Zirkonoxid — chemisch Zirkoniumdioxid, ZrO₂ — ist dagegen eine Hochleistungskeramik. Das Material ist metallfrei und wird in der Zahnmedizin häufig mit CAD/CAM-Verfahren verarbeitet. Dabei wird die Krone digital konstruiert und aus einem industriell gefertigten Rohling gefräst. Je nach Indikation bleibt das Zirkonoxid monolithisch, besteht also aus einem einzigen Materialblock, oder es wird mit einer zusätzlichen Keramikschicht verblendet.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Eine monolithische Zirkonkrone ist nicht dasselbe wie eine ästhetisch geschichtete Zirkonoxidversorgung. Die monolithische Variante ist auf hohe Belastbarkeit ausgelegt. Eine zusätzliche Verblendung kann die Optik verfeinern, bringt aber eine weitere Materialschicht ins Spiel, die sich unter ungünstigen Bedingungen ablösen oder absplittern kann.

Eine VMK-Krone ist kein Überbleibsel aus der Steinzeit der Zahnmedizin — aber Zirkonoxid hat die Spielregeln verändert, die man vor der Entscheidung kennen sollte.

Bei Zirkonoxid kommt außerdem nicht jedes Produkt mit denselben optischen und mechanischen Eigenschaften auf den Markt. Moderne Zirkonoxide können lichtdurchlässiger wirken als frühere Generationen. Dafür muss die konkrete Konstruktion zur Belastung passen. Mehr Transluzenz ist nicht automatisch die beste Wahl, wenn an dieser Stelle besonders hohe Kaukräfte wirken. Die Entscheidung zwischen Materialtypen und Herstellungsverfahren gehört deshalb in die Befundplanung und nicht allein in die Preiszeile des Kostenvoranschlags.

Ästhetik: Wo das Auge urteilt und das Zahnfleisch reagiert

Der sichtbarste Unterschied zwischen beiden Materialien zeigt sich dort, wo man ihn am wenigsten haben will: am Zahnfleischrand. Metallkeramikkronen tragen ein dunkles Gerüst unter der Keramikschicht. Solange das Zahnfleisch stabil bleibt und die Kronenränder ausreichend bedeckt sind, fällt das im Alltag oft kaum auf. Zieht sich das Zahnfleisch jedoch zurück, kann ein dunkler Saum sichtbar werden.

Das ist kein sicherer Automatismus und auch kein ausschließliches Problem der Metallkeramik. Kronenränder können bei jeder Versorgung auffällig werden, wenn sie ungünstig liegen, die Weichgewebe zurückgehen oder die Reinigung nicht funktioniert. Bei einer Metallkeramikkrone besteht allerdings zusätzlich die Möglichkeit, dass das Metall durch den zurückweichenden Zahnfleischsaum hindurch erkennbar wird. Im Frontzahnbereich kann das die Harmonie des Lächelns deutlich stören.

Zirkonoxid löst dieses spezielle Problem zunächst an der Materialbasis: Es gibt kein Metall unter der Keramik, also auch keinen metallischen Rand, der sichtbar werden könnte. Die Lichtdurchlässigkeit moderner Zirkonoxide kann eine natürliche Anmutung ermöglichen, besonders wenn Farbe, Form und Oberflächenstruktur sorgfältig auf die Nachbarzähne abgestimmt werden.

Damit ist Zirkonoxid aber nicht automatisch unsichtbar. Eine Krone wirkt nur dann überzeugend, wenn mehrere Dinge zusammenpassen:

  • Die Zahnfarbe wird nicht einfach nach einem Standardschlüssel ausgewählt, sondern unter passenden Lichtbedingungen beurteilt.
  • Form und Breite der Krone müssen zu den Nachbarzähnen und zur Lippenlinie passen.
  • Der Übergang zum Zahnfleisch wird so gestaltet, dass er hygienefähig und unauffällig bleibt.
  • Oberfläche, Glanz und Lichtreflexe müssen zur natürlichen Zahnreihe passen.
  • Das Labor muss mit dem gewählten Zirkonoxid und der vorgesehenen Fertigungstechnik Erfahrung haben.

Gerade bei einem Frontzahn ist die Materialwahl deshalb nur ein Teil der ästhetischen Entscheidung. Eine sehr stabile, aber zu opake Krone kann künstlicher wirken als eine sorgfältig verblendete Versorgung aus einem anderen Material. Umgekehrt kann eine ästhetisch anspruchsvolle Schichtung bei ungünstiger Bisssituation mechanisch empfindlicher sein.

Stabilität und Haltbarkeit im klinischen Alltag

Jetzt wird es nüchtern. Sowohl Zirkonoxid- als auch Metallkeramikkronen können bei guter Planung, sorgfältiger Eingliederung und regelmäßiger Pflege viele Jahre funktionieren. Eine pauschale Lebensdauer lässt sich daraus trotzdem nicht ableiten. Entscheidend sind unter anderem die Restzahnsubstanz, die Qualität der Wurzelbehandlung, der Sitz der Krone, die Mundhygiene und die Belastung durch Pressen oder Knirschen.

Wer eine bestimmte Materialwahl als Garantie für ein ganzes Leben verkauft, verspricht mehr, als die klinische Realität hergibt. Auch die beste Krone kann durch Karies am Kronenrand, Zahnfleischprobleme, Lockerung, Fraktur der Restzahnsubstanz oder eine veränderte Bisssituation zum Problem werden.

Monolithisches Zirkonoxid zeigt im Seitenzahnbereich eine hohe Bruchfestigkeit. Das macht es interessant für Kauflächen, auf denen die Belastbarkeit wichtiger ist als eine besonders aufwendige Lichtwirkung. Die Oberfläche muss anschließend sorgfältig ausgearbeitet und poliert werden. Eine schlecht bearbeitete oder zu raue Zirkonoxidoberfläche kann den Gegenzahn stärker beanspruchen und die Funktion beeinträchtigen.

Im Frontzahnbereich wird häufig eine ästhetisch verfeinerte Zirkonoxidversorgung eingesetzt. Je nach System wird eine Keramikschicht auf den Zirkonoxidkern aufgebracht. Dadurch lassen sich Farbe und Lichtspiel besser modellieren. Gleichzeitig entsteht eine zusätzliche Schicht, die bei Fehlbelastung abplatzen kann. Das bedeutet nicht, dass geschichtetes Zirkonoxid grundsätzlich ungeeignet ist. Es bedeutet nur, dass Konstruktion und Bisskontrolle nicht voneinander getrennt werden dürfen.

Metallkeramik hat einen Vorteil, der in der Materialdiskussion oft untergeht: Das Metallgerüst kann bei bestimmten Konstruktionen vergleichsweise dünn ausgeführt werden. Dadurch lässt sich unter Umständen mehr Zahnsubstanz erhalten. Ob das im Einzelfall tatsächlich möglich ist, hängt von der geplanten Krone, der Präparationsform, dem Platzangebot und den Anforderungen des Labors ab. Eine dünnere Konstruktion ist nicht automatisch besser, wenn dadurch Stabilität oder Ästhetik leiden.

Bei ausgeprägtem Zähneknirschen — dem sogenannten Bruxismus — wird die Situation anspruchsvoller. Metallkeramik kann in bestimmten Fällen wegen des stabilen Gerüsts eine nachvollziehbare Option sein. Bei Zirkonoxid kann eine monolithische Konstruktion ebenfalls sehr belastbar sein; zugleich muss auf die Gestaltung der Kauflächen und die Belastung des Gegenkiefers geachtet werden. Vor einer definitiven Versorgung sollte daher geklärt werden, ob Pressen oder Knirschen vorliegt und ob eine Schienentherapie erforderlich ist.

KriteriumMetallkeramik (VMK)Zirkonoxid
AufbauMetallgerüst mit aufgebrannter KeramikMonolithisches Zirkonoxid oder Zirkonoxid mit Keramikverblendung
Optik im FrontzahnbereichGute Ästhetik möglich, Metallrand bei Zahnfleischrückgang potenziell sichtbarMetallfrei, je nach System hohe Lichtdurchlässigkeit
BelastbarkeitSehr belastbares MetallgerüstBesonders hoch bei monolithischer Ausführung; geschichtete Varianten sind differenziert zu beurteilen
ZahnsubstanzUnter Umständen geringerer PlatzbedarfJe nach System und Ausführung kann mehr Platz erforderlich sein
Biologische VerträglichkeitVon der verwendeten Legierung und individuellen Situation abhängigMetallfrei; Unverträglichkeiten gegenüber dem Material selbst sind selten, aber nicht jedes Problem im Mund ist eine Materialallergie
HerstellungGerüstfertigung und keramische VerblendungHäufig digitale Konstruktion und CAD/CAM-Fräsen
Reparatur und AnpassungJe nach Schaden und Aufbau unterschiedlichNachträgliche Reparaturen können bei bestimmten Schäden aufwendiger sein
Typische StärkeBewährte Funktion und vielseitige EinsatzmöglichkeitenMetallfreie Versorgung, moderne digitale Fertigung und hohe Belastbarkeit in geeigneten Konstruktionen

Biokompatibilität ist mehr als das Etikett „metallfrei“

Ein Punkt, der in Beratungsgesprächen oft zu kurz kommt, ist die biologische Verträglichkeit. Metalllegierungen können sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Bei empfindlichen Patienten oder einer bekannten Kontaktallergie sollte deshalb geklärt werden, welche Legierung verwendet werden soll. Eine pauschale Aussage über „Metall“ reicht nicht aus, weil Goldlegierung, Titan und Nichtedelmetall nicht dasselbe sind.

Zirkonoxid ist metallfrei und wird vom umliegenden Gewebe in der Regel gut vertragen. Das kann ein wichtiger Vorteil sein, insbesondere wenn bereits eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Metallen besteht. Eine allergische Reaktion auf Schmuck oder Metallknöpfe sollte im Zahnarztgespräch erwähnt werden. Sie beweist allerdings nicht automatisch, dass jede metallhaltige zahnmedizinische Versorgung ausgeschlossen ist. Für eine sinnvolle Entscheidung braucht es die genaue Vorgeschichte und gegebenenfalls eine allergologische Abklärung.

Auch ein metallfreier Werkstoff verhindert nicht jede biologische Komplikation. Entzündungen am Zahnfleisch entstehen häufig durch Plaque, schlecht zugängliche Kronenränder, überstehende Ränder oder eine ungünstige Pflege. Bei implantatgetragenem Zahnersatz spielen zusätzlich die Implantatposition, die Belastung, die Konstruktion und die Reinigung eine Rolle. Zirkonoxid kann hier eine geeignete Option sein, ersetzt aber keine präzise Planung und keine regelmäßige Nachsorge.

Kosten: Was die Krankenkasse zahlt und was Sie wirklich bezahlen

Jetzt zum Punkt, an dem viele Patienten ins Straucheln geraten: Die gesetzliche Krankenkasse gewährt bei Zahnersatz einen befundbezogenen Festzuschuss. Dieser orientiert sich an der sogenannten Regelversorgung, also an der Versorgung, die dem jeweiligen Befund im Leistungssystem zugeordnet ist. Wählen Patienten eine aufwendigere oder ästhetisch anders gestaltete Lösung, wird der Zuschuss nicht automatisch an die tatsächlichen Gesamtkosten dieser Wunschversorgung angepasst.

Bei einer Krone kann die Regelversorgung je nach Befund und Zahnposition eine metallische oder metallkeramische Lösung vorsehen. Eine Zirkonoxidkrone wird häufig als gleich- oder andersartige Versorgung mit zusätzlichen privaten Kosten geplant. Das bedeutet nicht, dass die Krankenkasse gar nichts zahlt. Der Festzuschuss bleibt grundsätzlich an den Befund und die Regelversorgung gebunden; der Betrag, der darüber hinausgeht, wird zum Eigenanteil.

Das Bonusheft kann den Zuschuss erhöhen, wenn die erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen dokumentiert sind. Wie stark sich das auf den individuellen Eigenanteil auswirkt, hängt jedoch nicht nur vom Bonus ab. Maßgeblich sind auch der Befund, die vorgesehene Regelversorgung, die Zahl der zu versorgenden Zähne, das Labor und die gewählte Ausführung. Deshalb lässt sich aus dem Bonusheft allein keine verlässliche allgemeine Ersparnis ableiten.

Der Festzuschuss Ihrer Krankenkasse ist kein Budget für das, was Sie wollen — er ist ein Zuschuss für das, was die Kasse als Regelversorgung definiert.

Die Gesamtkosten einer Krone können je nach Material, Aufwand, Labor und Region deutlich variieren. In Köln kommen unterschiedliche Praxismodelle und Laborkonzepte hinzu: Manche Arbeiten werden in einem ortsnahen Labor gefertigt, andere über größere Laborstrukturen oder digitale Fertigungszentren. Beides ist nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist, ob die Praxis die einzelnen Positionen nachvollziehbar erklärt und ob die geplante Versorgung zum Befund passt.

Vor der Behandlung sollte der Heil- und Kostenplan genau gelesen werden. Relevant sind insbesondere:

  • Welche Regelversorgung wurde für den konkreten Befund angesetzt?
  • Welche Leistung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?
  • Welche Mehrkosten entstehen durch Zirkonoxid, eine besondere Verblendung oder zusätzliche ästhetische Leistungen?
  • Sind Praxis- und Laborkosten getrennt ausgewiesen?
  • Wird der Eigenanteil nach Abzug des voraussichtlichen Festzuschusses verständlich dargestellt?
  • Muss der Plan vor Behandlungsbeginn von der Krankenkasse genehmigt werden?

Bei privaten Zusatzversicherungen gelten zusätzlich die Vertragsbedingungen. Nicht jede Versicherung übernimmt jede Zirkonoxidversorgung in gleicher Höhe. Manche Tarife unterscheiden zwischen Regelversorgung, gleichartigem Zahnersatz und vollständig andersartiger Versorgung. Wer eine solche Versicherung hat, sollte den Heil- und Kostenplan vor der Behandlung einreichen und sich die Erstattung nicht nur telefonisch, sondern möglichst anhand der Vertragsbedingungen bestätigen lassen.

Indikationsstellung: Wann welches Material in der Praxis überzeugt

Es gibt Situationen, in denen Metallkeramik die klügere Wahl ist — und andere, in denen Zirkonoxid deutliche Vorteile bietet. Die Kunst liegt darin, den Befund richtig einzuordnen, statt aus dem Materialnamen eine Rangliste zu machen.

Zirkonoxid kann besonders sinnvoll sein bei

1. Frontzähnen mit hohen ästhetischen Ansprüchen. Eine metallfreie Versorgung verhindert den metallischen Saum unter dem Zahnfleisch. Ob sie tatsächlich natürlich wirkt, hängt zusätzlich von Farbe, Form, Lichtdurchlässigkeit und Laborarbeit ab.

2. Bekannter Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Metallen. Zirkonoxid kann eine geeignete metallfreie Alternative sein. Bei einer vermuteten Allergie sollte trotzdem geklärt werden, worauf genau reagiert wird.

3. Geeigneten implantatgetragenen Versorgungen. Die metallfreie Gestaltung kann ästhetische Vorteile haben, insbesondere in sichtbaren Bereichen. Die gesamte Implantatplanung bleibt entscheidend.

4. Seitenzähnen mit hoher funktioneller Belastung. Eine monolithische Zirkonoxidkrone kann hier ihre hohe Belastbarkeit ausspielen. Die Okklusion und die Gestaltung der Kontaktpunkte müssen sorgfältig kontrolliert werden.

5. Patienten, die eine digitale Fertigung bevorzugen. CAD/CAM-Verfahren ermöglichen eine standardisierte Herstellung und eine präzise digitale Planung. Das allein ersetzt allerdings nicht die klinische Kontrolle und die Erfahrung des Teams.

Metallkeramik bleibt eine solide Wahl bei

1. Begrenztem Platzangebot. Je nach Konstruktion kann das Metallgerüst mit vergleichsweise geringer Materialstärke auskommen. Ob dadurch tatsächlich weniger Zahnsubstanz abgetragen werden muss, wird am konkreten Zahn entschieden.

2. Ausgeprägter funktioneller Belastung. Eine VMK-Versorgung kann bei bestimmten Bisssituationen und bei stark beanspruchten Zähnen eine zuverlässige Lösung sein.

3. Restaurativen Situationen mit wenig verbleibender Zahnsubstanz. Hier zählt nicht nur das Material, sondern vor allem, ob der Zahn noch ausreichend stabil aufgebaut und sicher gefasst werden kann.

4. Priorität auf einer bewährten und finanziell planbaren Versorgung. Die Metallkeramik kann den Eigenanteil gegenüber einer aufwendigeren Zirkonoxidversorgung reduzieren, wobei die tatsächliche Differenz vom Befund und vom Angebot der Praxis abhängt.

5. Versorgungen, bei denen eine Reparatur oder Erweiterung möglichst gut planbar bleiben soll. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt vom konkreten Schaden und vom verwendeten Aufbau ab. Eine pauschale Zusage ist auch hier nicht seriös.

Welche Fragen vor der Entscheidung auf den Tisch gehören

Bevor Sie den Heil- und Kostenplan unterschreiben, sollte das Gespräch nicht bei der Frage enden, welches Material moderner klingt. Sinnvoller sind konkrete Fragen zum eigenen Zahn:

1. Welche Regelversorgung legt die Krankenkasse für meinen Befund zugrunde? Erst dann lässt sich der Festzuschuss sinnvoll einordnen.

2. Welche Materialoptionen kommen für diesen Zahn tatsächlich infrage? Eine Frontzahnkrone stellt andere ästhetische Anforderungen als eine Krone im Seitenzahnbereich.

3. Soll die Krone monolithisch oder geschichtet gefertigt werden? Diese Entscheidung beeinflusst Optik, Belastbarkeit, Reparaturmöglichkeiten und Kosten.

4. Wie viel Zahnsubstanz muss für die jeweilige Variante abgetragen werden? Das sollte nicht abstrakt, sondern anhand der geplanten Präparation erklärt werden.

5. Wie wird mit Knirschen oder Pressen umgegangen? Bei Bruxismus kann eine Schiene oder eine funktionelle Vorbehandlung wichtiger sein als die Frage, ob die Krone aus Zirkonoxid oder Metallkeramik besteht.

6. Welches Labor fertigt die Arbeit an? Entscheidend sind nicht große Werbeversprechen, sondern Erfahrung mit dem konkreten Material, eine verlässliche Abstimmung mit der Praxis und eine nachvollziehbare Qualitätskontrolle.

7. Wie wird der Kronenrand gestaltet und später kontrolliert? Eine hygienefähige, präzise Randgestaltung ist für Zahnfleisch und Haltbarkeit zentral.

8. Welche Nachsorge ist vorgesehen? Regelmäßige Kontrollen, professionelle Zahnreinigung oder eine angepasste Schiene können langfristig mehr bewirken als ein Wechsel auf das vermeintlich bessere Material.

Die Wahl zwischen Zirkonoxid und Metallkeramik ist keine Frage von gut und schlecht. Sie ist eine Frage von Prioritäten, Befund und sauberer Planung: Ästhetik oder möglichst niedriger Eigenanteil, metallfreie Versorgung oder bewährtes Gerüst, maximale Belastbarkeit oder besonders natürliche Lichtwirkung, Frontzahn oder Seitenzahn.

Zirkonoxid überzeugt dort, wo Metallfreiheit, moderne Fertigung und eine belastbare Konstruktion zusammenpassen. Metallkeramik bleibt dort stark, wo ein bewährtes System, begrenzter Platz oder eine wirtschaftlichere Versorgung im Vordergrund stehen. Wer den Heil- und Kostenplan versteht, die Materialwahl auf den eigenen Zahn bezieht und nicht nur auf Werbesprache reagiert, entscheidet nicht gegen das eigene Portemonnaie — sondern mit klarem Kopf.

Häufige Fragen

Was ist besser: Zirkonoxid oder Metallkeramik?
Keines der beiden Materialien ist grundsätzlich besser. Die passende Wahl hängt unter anderem von Zahnposition, Bisssituation, Restzahnsubstanz, Zahnfleisch, ästhetischen Ansprüchen und dem verfügbaren Platz ab.
Ist Zirkonoxid für Frontzähne geeignet?
Zirkonoxid kann bei Frontzähnen mit hohen ästhetischen Ansprüchen sinnvoll sein, weil kein Metall unter dem Zahnfleisch sichtbar werden kann. Wie natürlich die Krone wirkt, hängt zusätzlich von Farbe, Form, Lichtdurchlässigkeit und Laborarbeit ab.
Welche Krone ist bei Zähneknirschen geeignet?
Bei Bruxismus kommen sowohl Metallkeramik als auch monolithisches Zirkonoxid infrage. Entscheidend sind die Gestaltung der Kauflächen, die Belastung des Gegenkiefers und die Frage, ob eine Schienentherapie erforderlich ist.
Übernimmt die Krankenkasse eine Zirkonoxidkrone?
Die gesetzliche Krankenkasse gewährt grundsätzlich einen befundbezogenen Festzuschuss, der an die Regelversorgung gebunden ist. Mehrkosten für eine Zirkonoxidkrone oder zusätzliche ästhetische Leistungen können den Eigenanteil erhöhen.
Ist Metallkeramik veraltet oder minderwertig?
Metallkeramik ist seit Jahrzehnten etabliert, klinisch gut untersucht und kann bei präziser Fertigung eine belastbare und langfristig zuverlässige Versorgung sein. Ihr möglicher Nachteil liegt vor allem in der Optik, insbesondere wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht und ein Metallrand sichtbar wird.